Lege kleine Muster auf die Fläche, fotografiere sie zu verschiedenen Tageszeiten, und betrachte die Bilder mit Abstand. Das Auge erkennt über Fotos überraschend gut Farbstiche. So triffst du Entscheidungen gelassener, bevor der endgültige Auftrag kommt und Erwartungen sich mit Realität verbinden.
Mit gebranntem Umbra, Ocker oder etwas Ruß erzielst du fein dosierte Schattierungen, die Holz nicht verdecken. Sorgfältig homogen rühren, auf Saugverhalten achten, lieber mehrere hauchdünne Durchgänge. So bleibt die Maserung präsent, während das Gesamtbild ruhiger und feiner abgestimmt wirkt.
Saugstarkes Holz kann fleckig wirken. Ein leichtes Vorbenetzen mit Wasser hebt Fasern, danach fein schleifen. Porenpaste auf Naturbasis oder dünnflüssiges Öl glätten das Feld. Gleichmäßig arbeiten, Überschuss rechtzeitig abnehmen, damit Reflexe ruhig werden und die Fläche anschließend samtig und geschlossen erscheint.
Gefunden mit klebrigem Lack und lockeren Zargen, bekam er neue Leimkraft, sanftes Schleifen bis 240er Körnung und drei hauchdünne Schichten Tungöl. Nach jeder Runde gründlich abwischen, zwei Tage Ruhe, zum Schluss ein Hauch Wachs. Die Platte spiegelt jetzt Tassenränder nur noch in Geschichten, nicht als Flecken.
Ein kleines Stück mit Wasserflecken und stumpfer Front wurde vorsichtig gereinigt, Furnierkanten verleimt und minimal geschliffen. Danach eine selbstgerührte Mischung aus Bienenwachs, Carnauba und Leinöl. Dünn auftragen, einziehen lassen, warm auspolieren. Das matte Leuchten erinnert jeden Abend daran, wie viel Sanftheit in Pflege stecken kann.
Alte Wasserflecken unter einer Schreibtischunterlage wurden lokal mit Alkohol und feiner Wolle behandelt, dann erhielt die Fläche dünnen Schellack in mehreren Zügen. Nach dem Polieren kam ein Hauch Wachs. Die Hand gleitet ruhig, Stifte rollen nicht mehr, und Ideen finden verlässlich ihren Platz.
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